Die Generation Y (Englisch für Why – Warum) oder auch Millennials sind eine der meistdiskutiertesten Personengruppen der letzten Jahre – und das nicht ohne Grund. Sie sind eine Generation des Umbruchs, die die Gesellschaft in all ihren Bereichen prägt und weiter prägen wird. Auch Unternehmen kommen nicht drumherum, sich mit der Generation Y zu beschäftigen. Was die Generation auszeichnet und wie Sie von ihr lernen können, erfahren Sie in diesem Beitrag.

Wer gehört zur Generation Y?

Zur Generation Y werden diejenigen gezählt, die etwa zwischen 1980 und 1995 geboren wurden. Sie sind gleichzeitig auch die ersten Digital Natives, die mehr oder weniger von ihrer Kindheit an mit neuen Technologien aufgewachsen sind. Soziale Netzwerke haben daher einen nicht zu vernachlässigenden Anteil an der Persönlichkeitsentwicklung dieser Generation.

Was zeichnet die Generation Y aus?

Die Generation Y ist es gewohnt, in einer unsicheren Welt des Wandels zu leben. Das spiegelt sich auch in ihren eigenen Lebenswegen wider. Die Planbarkeit, mit der noch die Elterngeneration ihren Lebensentwurf gestalten konnte, ist heute nicht mehr gegeben. Schule, Ausbildung oder Studium, Job, Heirat, Kinder – nur die wenigsten Lebensläufe der Millennials folgen noch diesem strikten Schema. Verschiedene Praktika, ein Fachwechsel im Studium oder das Auslandsjahr zwischendrin sind heute fast schon Standard. Improvisationstalent und Flexibilität zeichnen die Generation Y aus. Was jedoch noch lange nicht heißt, dass sie keine Ziele hat und alles hinnimmt, was man ihr vorsetzt. Sie wünschen sich eine ausgeglichene Work-Life-Balance, legen großen Wert auf Bildung und lebenslanges Lernen und möchte sich in erster Linie selbstverwirklichen. Der Wunsch nach Selbstverwirklichung bedeutet jedoch nicht, dass es sich bei den Millennials ausnahmslos um rücksichtslose Ego-Schweine handelt. Sie wissen, wie wichtig Teamfähigkeit und Zusammenarbeit sind, sind Meister des Netzwerkens – sei es offline oder online – und versuchen gemeinsam, eine für alle gute Lösung zu finden. Striktes Hierarchiedenken ist ihnen deshalb zuwider.

Wie können Unternehmen von der Generation Y profitieren?

2015 machten die Geburtenjahrgänge 1980 bis 1999 rund 20% der verfügbaren Arbeitskräfte in Deutschland aus – und durch den kommenden Renteneintritt der geburtenstarken Jahrgänge wird der Kampf um talentierte Millennials immer härter. Als Unternehmen haben Sie zum Glück verschiedene Möglichkeiten, um zum attraktiven Arbeitgeber für die jüngere Generation zu werden. Und wer weiß, vielleicht profitieren ja auch die „alten Hasen“ von den neuen Ideen und Konzepten, die die Generation Y mit sich bringt?

Möglichkeit 1: Flexible Arbeitsmodelle

Homeoffice, Vier-Tage-Woche, Sabbaticals, Jobsharing: Was zunächst nach einem Albtraum für jeden kontrollliebenden und effizienzverliebten Arbeitnehmer klingt, gehört bei der Generation Y zur Wunschliste des perfekten Jobs einfach dazu. Flexible Arbeitszeitmodelle, die eine gesunde Balance zwischen Arbeit und Freizeit schaffen, sind unverzichtbar geworden, wenn Sie junge Arbeitnehmer von sich überzeugen möchten. Und überlegen Sie doch mal: Kann die Arbeit nicht auch genauso gut von zu Hause aus erledigt werden? Leidet die Qualität, wenn sich zwei hochqualifizierte Kräfte eine Stelle teilen, oder profitieren Sie am Ende nicht sogar von der doppelten Kompetenz? Wo lassen sich Prozesse verbessern, sodass die gleiche Leistung in weniger Zeit gebracht werden kann? Das Überdenken der etablierten Arbeitsmodelle schadet nicht – vielleicht entdecken Sie dabei ganz neue Potenziale, von denen am Ende alle etwas haben.

Möglichkeit 2: Sinn statt Gewinn

Geld ist nicht alles: Diese oft zitierte Phrase hat in der Generation Y besondere Bedeutung. Sie möchte auf der richtigen Seite stehen und sucht nach einer sinnstiftenden Tätigkeit, für die sie im Zweifelsfall auch Einbußen hinsichtlich des Gehalts hinnimmt. Sinn und Selbstverwirklichung stehen damit nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Arbeitsalltag der Millennials ganz weit oben auf der Prioritätenliste. Natürlich lässt sich in den meisten Fällen nicht die ganze Unternehmensstruktur ändern, Produktionsschwerpunkte verlagern oder das Geschäftsmodell neu aufziehen, um die Firma attraktiver und sinnvoller erscheinen zu lassen. Vielleicht gibt es aber die Möglichkeit, kleinere oder größere Projekte anzustoßen, die innerhalb des Unternehmens zu positiven Veränderungen führen. Manchmal ist schon der Umstieg auf Fairtrade-Kaffee ein Zeichen des guten Willens, auf dem sich aufbauen lässt.

Möglichkeit 3: Familienfreundliche Ansätze

Kinder und Familiengründung sind ein schwieriges Thema in der Generation Y. Zwar haben viele den Wunsch nach einer eigenen Familie, doch die erschwerte Partnersuche, die große Unsicherheit, in die die Kinder hineingeboren würden und die nach wie vor ausbaufähige Vereinbarkeit von Beruf und Familie stehen diesem Wunsch entgegen. Hinzu kommt: Die gut ausgebildeten Millennials mit den kurvenreichen Lebenswegen werden immer älter, bevor sie sich überhaupt in der Lage befinden, eine Familie auf sichere Beine stellen zu können. Unternehmensinterne Kinderbetreuung und Teilzeitmodelle sind hier der erste Schritt, von dem alle Mütter und Väter profitieren könnten.

Möglichkeit 4: Moderner Führungsanspruch

Teamarbeit und Gleichberechtigung stehen bei der Generation Y hoch im Kurs. Statt starre Hierarchien, bei denen von oben nach unten Befehle gegeben werden, bevorzugt sie eine gleichberechtigte Kommunikation und Führung. Das bedeutet natürlich nicht gleich, dass jeder gleich viel zu sagen hat und machen kann, was er will. Chefs sollten jedoch überlegen, ob es nicht klug wäre, als Coach, Vertrauensperson und Mentor zu fungieren statt als unantastbarer Boss. Wer den Millennials mit Vertrauen entgegenkommt und sie ernst nimmt, kann ihr großes Potenzial und Wissen voll ausschöpfen.

Möglichkeit 5: Fördern statt fordern

Die Generation Y legt großen Wert darauf, am Puls der Zeit zu bleiben. Sie sieht an ihren Eltern, was passiert, wenn man den Wandel verschläft: Das Klischee der erwachsenen Kinder, die an den Feiertagen die Computerprobleme ihrer Eltern lösen, kommt nicht von ungefähr. Lebenslanges Lernen und Weiterbildungen sind gerade in Bereichen, in denen Technologien im Mittelpunkt des Arbeitsalltag stehen, unverzichtbar. Statt darauf zu vertrauen, dass sich Mitarbeiter in ihrer Freizeit darum kümmern, den Anschluss nicht zu verlieren, sollten Arbeitgeber von sich aus Fördermöglichkeiten anbieten. Ob individuelles Training für zukünftige Führungskräfte, ein Sprachkurs für die gesamte Abteilung oder Programmierkurse für alle, die es interessiert: Wer die Generation Y langfristig halten möchte, sollte darauf achten, dass sie sich entsprechend weiterentwickeln kann. Sonst sind die Millennials schneller wieder weg, als sie da waren.